Ministranten
Papstbesuch mit den Ministranten
An einem wunderbar sonnigen Freitagnachmittag im September konnte man in Karlsruhe-Südwest drei Kleinbusse beobachten, die im Konvoi alle drei Gemeinden abklapperten und an bestimmten Stellen Kinder, Jugendliche und den ein oder anderen Erwachsenen einsammelten. Das konnte nur eins bedeuten: MINISTRANTENAUSFLUG zum Papst nach Freiburg!!Der Freitag verlief noch relativ unspektakulär. Nach einer von kleineren Staus gestörten Fahrt kamen wir abends in einem über mehrere Ecken vermittelten Gemeindehaus an. Wir richteten uns schnell ein und erfreuten uns später an den gemeinsam vorbereiteten Spaghetti. Danach wurde der genaue Plan für das Wochenende besprochen. Der restliche Abend ging beim gemeinsamen zusammensitzen und einem Film sehr entspannt zu Ende. Da wir uns fast alle schon kannten, war die Stimmung locker und man konnte sich auf ein lustiges Wochenende freuen.

Der Samstag begann mit einem sanften Wecken und einem ruhigen Frühstück. Wir hatten keine Hektik, da wir am Morgen ganz unverbindlich Freiburg erkunden wollten. Wir also fuhren mit der Bahn soweit es ging in die Innenstadt und gingen in Kleingruppen zu Fuß unserer Wege. Viel sah man jedoch nicht von dem Breisgauer Städtchen; die ganze Stadt war im Papstfieber. Viele Straßen waren schon gesperrt und die Zone um das Freiburger Münster war nur bestimmten Personen zugänglich. Auch die Polizei hatte viel zu tun, oft konnte man Patrouillen verfolgen, die in Reih und Glied durch die Fußgängerzone marschierten. Auch wurden besonders kriminell aussehende jugendliche Ministranten (vor allem aus Oberreut) gerne von der Polizei kontrolliert und nach Ausweisen gefragt. Da es nicht sehr spannend war, sich durch Absperrungen und Menschenmengen, die schon auf den Papst warteten, zu quetschen, trafen sich einige von uns schon früher am Treffpunkt und hatten so die Gelegenheit die Meinung von Demonstranten und anderen Freiburgern kennenzulernen.
Nach dem Mittagessen ging es dann bald los zur Jugendvigil auf das Messegelände. Dort angekommen verfolgten wir zuerst das Vorprogramm und vertrieben uns die Zeit mit „chillen", wie die Jugend das rumlungern heutzutage nennt. Als dann der Papst kam war die Aufregung groß, viele sahen den Heiligen Vater das erste Mal. Die Feier beeindruckte uns sehr. Viele verschiedene Jugendorganisationen aus der Erzdiözese stellten ihre Patronen vor, wozu jedes Mal ein riesiges Bild des jeweiligen im Hintergrund herabgelassen wurde. Von vorne wurde danach ein vom Papst entzündetes Feuer über den ganzen Platz verteilt. Alle Menschen hatten am Eingang eine Kerze bekommen, die nun alle zusammen in einem Meer aus Lichtern verschmolzen. Mit dem päpstlichen Segen gingen wir dann wieder in unsere Schlafstätte zurück. Nach einem Vesper zum Abend saßen wir wieder beisammen, redeten, machten Scherze und erholten uns von dem Tag.

Am Sonntag mussten wir relativ früh aufstehen. Wir wollten nicht in das große Gedränge vor dem Gottesdienst kommen und traten deshalb nach einem schnellen Frühstück erneut den Fußmarsch auf das Gelände an. Die Entfernung von zwei Kilometern brachte den ein oder anderen zu so früher Stunde auch mal zum Stöhnen, aber wir kamen natürlich doch unversehrt an unserem Platz an. Wir hatten noch genug Zeit bevor der Gottesdienst begann, welche wir nutzen um entweder Schlaf nachzuholen oder Karten zu spielen. Als der Papst dann kam, bestaunten wir auf einer Leinwand wie viele Menschen tatsächlich zu diesem einmaligen Ereignis gekommen waren. Auch war wie am Tag davor alles herrlich gestaltet, der Altarraum ragte weit in den Himmel und es war einfach überwältigend. Der Feier glich einem sehr großen Festgottesdienst und es war spannend den Papst vergleichbar mit einem Pfarrer vorne stehen zu sehen. Die Kleinen wurden aufgrund der Dauer etwas unruhig, was aber bei so einer gigantischen Gemeinde nicht weiter stört. Was überraschte war die gut durchdachte Kommunion; es gab wirklich für jeden Besucher den „Leib Christi" und keiner kam zu kurz. Mit dem Auszug des Heiligen Vaters verließen auch wir das Gelände und liefen wieder zum Gemeindehaus. Dort wurde zügig gepackt, geputzt und „ausgecheckt". Nach so manchem Hindernis auf der Heimfahrt kamen wir am Nachmittag in Karlsruhe an und konnten alle zusammen auf ein ereignisreiches Wochenende zurückblicken.
Philipp Bertsch

